Reprint Alois Holtmeyer ‚Alt Cassel‘ wird nicht gedruckt

23. August 2019 | Die Wiederauflage von Holtmeyer ‚Alt Cassel‘ kann nicht umgesetzt werden. Die Subskription wurde nur von sehr wenigen Interessierten bestellt. Diese sind inzwischen benachrichtigt worden, dass es keine Wiederauflage als Reprint geben wird.

14. März 2019 | Der Sternbald Verlagt bereitet derzeit eine Wiederauflage eines Buches zur Kasseler Baugeschichte vor. Das im Jahr 1913 erschienene Werk des Architekten und Denkmalpflegers Alois Holtmeyer >Alt Cassel< aus dem Jahr 1913 soll in diesem Jahr wieder aufgelegt werden. Auf Grund der damals innovativen und heute nach wie attraktiven Gestaltung des Buches als beste Einheit von Text mit zahlreichen Fotografien soll das Buch als Reprint aufgelegt werden.

Dazu wird eine Subskription vorbereitet, die bis zum 30. Mai terminiert ist. Nachfolgend zunächst einmal einige Informationen zum Autor, entnommen dem Wikipedia-Eintrag über den verdienstvollen Denkmalpfleger in Kassel:

Alois Holtmeyer (* 22. Juni 1872 in Osnabrück; † 2. Februar 1931 in Köln) war ein deutscher Architekt, Baubeamter und Denkmalpfleger.

Nach Besuch des Gymnasium Carolinum in Osnabrück studierte Alois Holtmeyer Architektur an der Technischen Hochschule Berlin sowie Kunstgeschichte an den Universitäten Jena, Münster, Bonn und Berlin. 1903 promovierte er an der Technischen Hochschule Dresden bei Cornelius Gurlitt zum Dr. ing., 1906 an der Universität Jena bei Paul Weber mit einer Dissertation zur „Baugeschichte der Cisterzienserkirchen Thüringens“ zum Dr. phil.


Tätigkeit als Architekt


Ab 1900 stand Holtmeyer als Regierungsbaumeister (Assessor) im Staatsdienst und erbaute in dieser Funktion u. a. die Amtsgerichtsgebäude in Rudolstadt (1904–1905) und Greiz (1910–1912). Als Landbauinspektor der Hochbauverwaltung des Königlich Preußischen Eisenbahndirektionsbezirks Cassel errichtete er nachfolgend u. a. an der Main-Weser-Bahn die Empfangsgebäude der Bahnhöfe Marburg, Treysa und Cölbe, an der 1908 eröffneten Bahnstrecke Bad Berleburg–Allendorf die Bahnhöfe Bad Berleburg, Schwarzenau (Eder), Hatzfeld (Eder), Holzhausen (Eder) und Allendorf (Eder), an anderen Strecken die Bahnhöfe Korbach, Halsdorf, Gemünden (Wohra), Friedensdorf (Lahn), Herleshausen, Röddenau, Großbodungen, Speele, Gilsa, Ludwigshütte und am Kasseler Tor in Paderborn.

Bei diesen Bauten versuchte Holtmeyer „den neuen Grundriss des Eisenbahnempfangsgebäudes mit den überlieferten Formen des Holzbaues in Einklang zu bringen.“[1] Bei seinen Bahnhofsneubauten schloss sich Holtmeyer durch Bezug auf regionaltypische Vorbilder mit massigen Baukörperformationen und schweren Mansarddächern der Heimatschutzarchitektur an. In den Jahren 1909–1910 entstand das Eisenbahner-Erholungsheim in Karlshafen, das „seiner Bestimmung und Lage entsprechend … ein landhausmäßiges Gepräge erhalten“ hat. In seine Bauten integrierte Holtmeyer bevorzugt Skulpturen des Kasseler Bildhauers Hans Sautter.


Tätigkeit als Denkmalpfleger


Ab 1907 war Holtmeyer in der Kunstdenkmälerinventarisation des Regierungsbezirks Kassel tätig, wobei er für das 1901 durch Ludwig Bickell begründete Inventar der „Bau- und Kunstdenkmäler im Regierungsbezirk Cassel“ die beiden Bände zu Kreis Cassel-Land (1910) und Kreis Cassel-Stadt (1923) verfasste. Nach zwischenzeitlicher Tätigkeit als Denkmalpfleger in Magdeburg (von 1911 bis 1913) wurde Alois Holtmeyer 1913 als Nachfolger Alhard von Drachs zum Bezirkskonservator in Kassel berufen, wo er 1915 als Reaktion auf die zahlreichen Verluste historischer Bausubstanz das Kasseler „Ortstatuts gegen Verunstaltung“ initiierte. Seine wissenschaftliche Tätigkeit in dieser Zeit galt der Erforschung der nordhessischen Barockarchitektur, namentlich dem Werk von Giovanni Francesco Guerniero.
1927 wurde Alois Holtmeyer zum Konservator der Erzdiözese Köln ernannt. Sein Nachfolger als Bezirkskonservator in Kassel wurde Friedrich Bleibaum.
Seine Grabstätte befindet sich auf dem Kölner Südfriedhof (Flur 49).

Würdigung


„Wie viele Architekten seiner Generation stand Holtmeyer künstlerisch zwischen zwei Zeiten. Einerseits verstand er sich als erklärter Gegner historistischer Architektur, etwa indem er den neugotischen Entwurf des Kasseler Architekten J. Strehl von 1922 für eine Gedächtniskapelle in Witzenhausen überarbeitete und dabei aller Maßwerkformen entkleidete, während andererseits sein Fortgang aus Kassel gerade mit dem Unbehagen an den in dieser Zeit entstehenden Bauten des Internationalen Stils in Kassel erklärt wurde. Auch als Denkmalpfleger finden sich bei Holtmeyer zwei unterschiedliche methodische Ansätze, indem er sein berufliches Engagement der gerade aktuellen städtebaulichen und ländlichen Ortsbildpflege und Umraumerhaltung zuwandte, während ein zweiter denkmalpflegerischer Schwerpunkt entsprechend seinem kunsthistorischen Forschungsinteresse der Restaurierung kirchlicher Großbauten galt, was ihn schließlich auch zur Annahme seiner Kölner Stelle veranlasst haben mochte.“

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